Google+ oder doch ein Minus?

Wer sich auf soziale Netzwerke einlässt, teilt viele Dinge über sich mit. Das geht so schnell, dass man oft gar nicht überlegt, wem man was mitteilen möchte, sondern nur auf Absenden drückt – und es ist online, obwohl man es besser nur mit einer kleinen Gruppe von Menschen mitgeteilt hätte. Google+ verspricht, es besser zu machen als der Marktführer Facebook – aber sollte man sich dafür in den Googlepool stürzen?

Argumente dafür und dagegen: http://www.evangelisch.de/themen/medien/procontra-…

Wem Google+ wirklich Konkurrenz macht

Googles neues Netzwerk ist eigentlich kein soziales, es ist mit einer ganz anderen Intention aufgebaut worden als Facebook. Warum das so ist und wem Google+ wirklich ins Gehege kommen wird, erklärt Sascha Lobo auf http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,772656,00.html

Eine eigene Community ist wichtig

Leserbrief zu »Paulus wäre auf Facebook« (Nr. 26 vom 26.06.2011)«

Der Artikel gibt leider meine Aussagen falsch wieder. Von einem »Scheitern« war in Füstenried nicht die Rede. Die Community war und ist ein zentraler Bestandteil der durchaus erfolgreichen Gesamtstrategie von evangelisch.de. Auch heute kommen häufig deutlich mehr Besucher aus sozialen Netzwerken als von Suchmaschinenabfragen auf die Seite. Wir machen gerade sehr positive Erfahrungen mit aktiv moderierten Kreisen in der Community. Im Juni stand uns beispielsweise Pastor Alfred Mignon, der bei einer TV-Spielshow 125.000 Euro gewann und diese an eine unverschuldet in Not geratene Familie weiterleitete, als Gesprächspartner zur Verfügung. Solche Angebote werden sehr gut angenommen. Aus der Community heraus entwickeln wir zudem immer neue, weitere Angebote für das Gesamtportal wie z.B. eine interaktive Online-Bibelarbeit, die wir in Kooperation mit der ESG Dresden auf dem Kirchentag und vor Ort in den Räumen der Studierendengemeinde angeboten haben. Solche spannenden – und sehr erfolgreichen Projekte – wäre ohne die Basis einer eigenen Community gar nicht denkbar.

Die Zahl der registrierten Mitglieder als einziges Kriterium für den Erfolg zu werten und das dann auch in die völlig verfehlte Relation zu facebook-Zahlen zu setzen, geht ohnehin an der Sache vorbei. Da wir uns als niederschwelliges und offenes Angebot verstehen, können auch nicht angemeldete Benutzer in der Community Beiträge schreiben. Die meisten anderen Communities verlangen dagegen eine Registrierung. Und selbst die Zahl der registrierten Mitglieder wächst bei uns stetig, wenn auch nicht exponentiell.

Ich habe bei der Veranstaltung bewusst versucht, viele für uns und für Kirche insgesamt wichtige Fragen pointiert und kritisch zu stellen: Wer ist eigentlich die evangelisch.de-Community? Alle registrierten Nutzer? Regelmäßige Besucher der Webseite? Freunde auf facebook? Menschen, die evangelische.de auf Twitter folgen? Das Fazit in meiner Diskussionsgruppe war dann: Es geht nicht um eine Entweder-Oder Entscheidung zwischen einer eigenen Community und einem alleinigen Engagement auf facebok, sondern um ein sinnvolles Sowohl-als-Auch. Umso unpassender finde ich deshalb den Ansatz, dieses bislang einzige bundesweit erfolgreiche Social-Media-Projekt der evangelischen Kirche in drei Sätzen als Misserfolg abzumeiern.